
Öffentliche Orte als Möglichkeitsraum
Der Museumsverein des städtischen Museums Abteiberg arbeitete schon einige Jahre an dem Anliegen, nicht nur das international renommierte und ausgezeichnete Museum, sondern auch seinen öffentlichen Skulpturengarten stärker im Bewusstsein der Stadtgesellschaft zu verankern. Denn entgegen der allgemeinen Wahrnehmung ist der lauschig gelegene, mehrterrassige kleine Park jeden Tag für alle Bürger*innen geöffnet – ohne Eintritt. Dennoch wird er kaum frequentiert. Wie kann es gelingen, dieses Stück urbanen Raum öffentlichkeitswirksam zu beleben? Auch unter der Berücksichtigung der pandemischen Lage von 2021?

Strategisch geschlossen. Offen für Ideen.
Das Problem ist, wie eigentlich immer, vielschichtig: Der Skulpturengarten wirkte durch seine Lage hinter dem Museum, seine gemauerte Einfriedung und seine nur über kleine, unbefahrbare Seitengassen betretbaren Einlasse schon immer eher „geschlossen“. Dazu hat er an die Öffnungszeiten des Museums gebundene Sperrzeiten. Tagsüber ist er aber ein öffentlicher Park, für jeden zugänglich und nutzbar. Durch seine idyllische und gleichzeitig spannende Beschaffenheit als Kunst-Ort eignet er sich für verschiedene Nutzungen. Diese aufzuzeigen, den Ort als Möglichkeitsraum aufzuschließen und öffentlichkeitswirksam zu inszenieren, lautete der Ansatz.

Der bisher eher nachteilige Faktor der abschließbaren Einfriedung kehrte sich dabei durch Corona zu einem für unser Anliegen strategischen Vorteil: organisch vorhandene, leicht kontrollierbare Ein- und Auslasse. Somit war der Skulpturengarten in dieser Zeit geradezu doppelt geeignet, Veranstaltungskonzepte zu erproben.

Kultur verbindet Räume und Menschen
Mehr als nur einzelne Events, mehr als nur eine Zielgruppe, mehr als nur eine Sparte: Ein mehrtägiges, urbanes Kultur-Festival entwickelte sich als Projektidee. Das spartenübergreifende Programm sollte unterschiedliche Formate abbilden, von Bühnenprogramm über Panels bis DJ-Sets. Lokale Akteur*innen einzubinden war dabei genauso leitgebend wie überregionale und internationale Acts einzubuchen - aus der Sub- wie auch der Hochkultur. Es sollte die Zusammenarbeit zwischen Museum, Museumsverein und freier Szene gestärkt und ein junges wie auch alteres Publikum angesprochen werden. Die visuelle Ansprache sahen wir auffällig und künstlerisch. Es ging darum, einen Raum zu gestalten, um über (Stadt-)Räume reden und sie erleben zu können.
Corporate Design: Studio Franz

Kulturstadt im Herzen der Stadt
Nach einer mehrmonatigen Konzept- und Planungsphase war das Festival „Pop Paradiso“ geboren: Ein 10-tägiges Musik- und Kulturfestival im Skulpturengarten des Museums Abteiberg. Die Größenordnung des Festivals wurde möglich durch bewilligte Fördermittel der Kulturstiftung des Bundes, die attraktive Visualität durch die Zusammenarbeit mit den Designern der Agentur „Opa Franz“ und Illustrator Sebastian Jung, die Vielschichtigkeit des Programms durch die starke Zusammenarbeit zwischen Museum und freier Szene. Pop Paradiso wurde im August 2021 ein gelebter Ort des paradiesischen Zusammen- und Gelassenseins, mitten im Zentrum der Stadt, dennoch wie auf einer idyllischen Insel gelegen. Für viele Bürger*innen war es die erste Begegnung mit „ihrem“ Park und seinem Potential als Naherholungs- und Möglichkeitsraum. Wir hoffen, es war eine erste von vielen weiteren.

Dein Kontakt
Oliver Leonards
Konzeption & Placemaking
